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Pressemitteilungen

17.01.2017

adunas Inspizientensystem im Thalia Theater

Modernes SPS-basierendes Client/Server-Konzept für den Theaterbereich  

Nach einer intensiven Planungsphase des Hamburger Thalia Theaters wurde in der Sommerpause 2015 durch den Systemintegrator Amptown System Company GmbH (ASC) ein neues Inspizientensystem installiert, wobei die Betonung auf System liegt, denn das dort eingesetzte adunas ist mehr als ein Inspizientenpult – vielmehr ist es ein komplexes, echtzeitfähiges Mediensteuerungssystem.

adunas

Viele Inspizientensysteme sind in die Jahre gekommen und mit den Anlagen der aktuellen Generation in Punkto Programmier- und Konfigurierbarkeit sowie Bedienungskomfort mit früheren Generationen nicht mehr vergleichbar. Die Zeit der festverdrahteten Tastenfelder ist eigentlich schon lange vorbei.

adunas ist ein von HFE professionelle Studiotechnik entwickeltes Produkt und ASC mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich der Inspizientensysteme ist strategischer Vertriebspartner von adunas.

Bei adunas bedient man sich als Hardware-Basis einer bewährten Technik aus dem Industrieproduktionsbereich für höchste Ansprüche, nämlich einer sogenannten SPS-Steuerung (SPS steht für speicherprogrammierte Steuerung) der Firma Beckhoff Automation GmbH & Co. KG. Beckhoff ist aber nicht nur im Industriebereich, sondern auch im Bereich der Medien- und Bühnentechnik tätig und daher auch kein Unbekannter in der Theaterlandschaft. HFE nutzt die Beckhoff-Komponenten und hat dafür eine Client-Server-Software-Architektur mit unterschiedlichen Bedienoptionen für ein Inspizientensystem entwickelt und in der Summe ist dies adunas.

Technik

Als Server kommt ein Industrie-PC-Rechner zum Einsatz, welcher ebenfalls redundant betrieben werden kann. Der Hauptserver wird ständig überwacht und bei einem Ausfall übernimmt der zweite Server. Die I/O-Komponenten sind in der Regel Hutschienenkomponenten. Beckhoff bietet eine sehr hohe Vielfalt von Eingabe-und Ausgabe-Komponenten an, die alle erdenklichen Schnittstellen im Theaterbereich abdecken. Durch die Anwendung von Industriekomponenten ist eine lange Nachkaufsicherheit der einzelnen Komponenten gewährleistet und zudem sind diese relativ preiswert. Clients für die Bedienung des Systems können Touch Displays, Tastenfelder oder Drehgeber aber auch Tablets sein, denn adunas läuft auf Windows-, Linux- oder Android-basierenden Clients. Bis zu 256 Clients werden von adunas unterstützt. Die Hot-Connect-Fähigkeit sorgt dafür, dass bei einem Neustart des Clients sofort wieder eine Anbindung an den Server erfolgt. Fehler im System werden an alle Clients gemeldet. Dies sind nur zwei von vielen Maßnahmen in Punkto Betriebssicherheit und im Punkt Zuverlässigkeit profitiert man von dem Know-how aus dem Bereich des Industrieanlagenbaus, denn hier werden viel höhere Maßstäbe gesetzt, als im Veranstaltungs- und Theaterbereich üblich.    

Die Netzwerkinfrastruktur ist TCP/IP-basierend aber mit einem speziellen Protokoll. Über diesen echtzeitfähigen sogenannten EtherCAT-Bus werden die dezentralen Komponenten angebunden. Die Verkabelung erfolgt via Standard CAT-Kabel (mindestens CAT-5), was den Verkabelungsaufwand für das Gesamtsystem minimiert. Bemerkenswert bei dieser Netzwerkstruktur sind die geringen Schaltzeiten im Mikrosekundenbereich. Das Schalten einer Signalisierung oder die Rückmeldung eines Benutzers erfolgt quasi in Echtzeit. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass adunas für Service-Arbeiten oder Systemergänzungen im Bereich der Bedienoberfläche ferngewartet werden kann.

Projekt Thalia Theater

ASC setzte adunas erstmalig 2014 im Theater Lüneburg ein. Durch die sehr hohe Skalierbarkeit des Systems sind auch kleinere Budget orientierte Installationen realisierbar.

Das seit September 2015 in Betrieb genommene adunas System im Thalia Theater war vom Anforderungsprofil ein ganz anderes und dies nicht nur auf Grund der Größe des Inspizientenpultes, sondern auch im Bezug auf die Komplexität und Funktionalität.

Der Einbau des Systems erfolgte in der Sommerpause. Durch noch stattfindende Gastspiele standen lediglich vier Wochen für die Installation zur Verfügung, was eine präzise Vorplanung voraussetzte.

Eine Möglichkeit die Installation eines solchen Systems zeitlich zu entzerren wäre sicherlich die Installation auf zwei Spielzeitpausen zu strecken und in einer die technische Infrastruktur zu installieren und in der zweiten Pult und Komponenten.

Inspizientenpult

Im Thalia Theater werden zwei redundante Server eingesetzt. Das Inspizientenpult bietet eine motorische Höhenverstellung und ein Rollo, was hier manuell bedient werden muss, aber auch in einer motorischen Variante ausführbar ist. Die Anmeldung erfolgt beim Inspizientenpult im Thalia Theater klassisch über die Eingabe des Anwendernamen mit Passwort, aber auch die Möglichkeit über eine Zugangskontrolle oder eine SSID und Chip ist gegeben. Nach der Anmeldung fährt das Pult auf die für den Inspizienten voreingestellt Höhe.

Die haptischen Bedienelemente des adunas lassen sich frei anordnen. Insofern ist das, was hier vorgestellt wird, eine von vielen Varianten. Als zentrales Bedienelement dient hier ein 15-Zoll-Touch-Screen und rechts und links daneben befindet sich je ein kleineres Touch-Display. Alle Bedienfunktionen lassen sich auch über die Tastenfelder bedienen. Statt den beleuchteten Standardtastenfeldern kommen LCD-Tastenfelder zum Einsatz, die sich individuell elektronisch beschriften und farblich markieren lassen. Jeder Inspizient kann so seine persönliche Tastenbelegung definieren. Auf zwei Videomonitoren werden die Kameras im Vollbild oder im Quad-Split-Modus wieder gegeben. Über sechs Drehgeber mit LED-Ring lassen sich verschiedene Audiosignale für die im Pult integrierten Abhörmonitore mischen. Als Intercom-Lösung wurde ein Riedel Artist System integriert. Insgesamt gibt es 25 Sprechstellen und über ein RiFace von Riedel im zentralen Technikraum werden auch vier Funkkanäle angebunden.

Szenensteuerung und Inszenierungsspeicherung

Eine Neuerung, die mit dem adunas System Einzug im Thalia Theater gefunden hat, ist die Szenensteuerung bzw. Inszenierungsspeicherung. Über die Szenenautomation lassen sich für eine Szene unter anderem Kameraauswahl mit Richtung und Zoom, sowie Lichtzeichenvorwahl festlegen und es lassen sich Rufe und Abhörmonitorpegel vorwählen und vieles mehr. Diese Automationsmechanismen entlasten den Inspizienten sehr bei seiner Tätigkeit. Es lässt sich über die Automation auch realisieren, dass bei eingeschaltetem Mithören oder aktivierten Videokameras automatisch eine entsprechende Signalisierung für die Mitarbeiter erfolgt, um auch der getroffenen Betriebsvereinbarung bezüglich des Datenschutzes gerecht zu werden.

Lichtzeichen

Im Thalia Theater sind über 100 Lichtzeichen vorhanden und neben den klassischen nun auch Lichtzeichen, die per DMX angesteuert werden und sich in Farbe und Helligkeit anpassen lassen. Die Signalisierungsmöglichkeiten bei adunas sind vielfältig und so können auch Displays mit Szenennummer/Namen und eingeblendetem Timecode etc. zum Einsatz kommen. Beim Thalia Theater werden auf den Bühnenmonitoren zum Beispiel Szenennummern eingeblendet.

Für die Programmierung der Lichtzeichen gibt es in der Bedienoberfläche auf dem Touch Display Grundrisspläne der Spielstätte mit markierten Positionen der Lichtzeichen. Darüber können die Lichtzeichen auf dem Display angewählt und auf eine Taste gelegt werden.

Video

Interessant ist, dass im Thalia Theater adunas auch für die Steuerung der Kreuzschienenverteilung von Videosignalen über eine SDI-Matrix benutzt wird. Die Einstellungen der SDI-Matrix werden von der Haustechnik auf einer tieferen Bedienebene programmiert und dann für eine bestimmte Inszenierung automatisch aufgerufen. So lässt sich z.B. ein Videosignal für die Tonregie bereitstellen um Sichtkontakt mit einem Künstler zu realisieren. Ebenfalls lässt sich über das Videorouting eine Aufzeichnung einer Aufführung, z.B. für einen Ersatzschauspieler oder für Archivzwecke, realisieren.

Fazit

Hier noch einige Stimmen der Beteiligten. Stefan Thomsen, Sales Manager Communication Systems von ASC: „Für uns ist das Projekt Thalia Theater ein sehr spannendes, weil wir hier auf Grund der geforderten Funktionalitäten, wie z.B. der Szenenautomation, die Flexibilität des Systems ausschöpfen konnten. Das System bietet natürlich auch noch Potential für zukünftige Erweiterungen. Ermöglicht wird dies durch die skalierbare Struktur der adunas Systemtechnik. Auch die Oberflächen sind nicht in Stein gemeißelt und man kann neue Oberflächen bzw. Bedienebenen im Bedarfsfalle hinzufügen.“

Ullrich Hübener, Leiter der Tonabteilung beim Thalia Theater: "Es gab mehrere Schulungstermine für das Technikpersonal und die Inspizienten. Bei den Schulungen für die Inspizienten wurden einige Dinge nochmals besprochen und dann am Inspizientenpult optimiert. Man ist hier von Seiten ASC sehr auf die Wünsche der Inspizienten eingegangen und natürlich hat das neue System eine solche Flexibilität erst ermöglicht.“

Stefan Thomsen ergänzt noch: „Beim Thalia Theater hat man schon während der Planungsphase die Inspizienten mit in die Planung einbezogen. Diese Maßnahme kann ich jedem Haus empfehlen, um die Akzeptanz der Inspizienten zu gewährleisten.“

Und Ullrich Hübener gibt zum Abschluss noch folgende Einschätzung: „Die Inspizienten sind alle begeistert von dem neuen Pult und dessen ganz neuen Möglichkeiten. Das ist ja auch eine ganz andere Generation von Inspizientensystemen, als das was wir bisher eingesetzt haben - ein richtiger Quantensprung. Damit kann man dem Anspruch an die heutige Aufführungspraxis, mit mehr Videoeinspielungen, Live Bands etc. gerecht werden.“


 
 
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